{"id":6957,"date":"2016-04-29T10:15:19","date_gmt":"2016-04-29T08:15:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ladislavjakl.cz\/?p=6957"},"modified":"2016-04-29T10:15:19","modified_gmt":"2016-04-29T08:15:19","slug":"deutschtum-als-das-grundproblem-der-deutschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ladislavjakl.cz\/?p=6957","title":{"rendered":"Deutschtum als das Grundproblem der Deutschen?"},"content":{"rendered":"<p>Stellen Sie sich vor, sie wachen morgens auf, rosa ausgeschlafen, strecken lustvoll die Glieder \u2026 und werden sich bewusst, dass Sie Deutscher sind. Und der ganze Tag ist im Eimer.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ja, es muss schrecklich sein. Tagt\u00e4glich als Zugeh\u00f6riger eines Volkes aufzuwachen, auf dessen Gewissen so viel Leid in so vielen L\u00e4ndern au\u00dferhalb seiner Grenzen liegt.\u00a0 Als Zugeh\u00f6riger eines Volkes, das letztendlich immer vernichtend verlieren wird, weil er einen viel zu gro\u00dfen Bissen zu sich genommen hatte. Als Zugeh\u00f6riger eines Volkes, dessen Landsleute in fast allen historischen Filmen als Schurken, die vernichtet werden m\u00fcssen, pr\u00e4sentiert werden. Nicht einmal Kinder in ihren Kriegsspielen wollen Deutsche, sondern lieber Partisanen darstellen.<\/p>\n<p>Kein Wunder, dass einen dann Depressionen, Komplexe und Vorw\u00fcrfe \u00fcberkommen. Niemand mag Sie, alle Welt wirft Ihnen Verbrechen und Grausamkeiten Ihrer Gro\u00dfv\u00e4ter vor, oder Sie selbst f\u00fchlen das zumindest auf sich beziehend in jeder Geste der Anderen.<\/p>\n<p>Kein Wunder, dass Sie sich danach sehnen, einmal ein normaler Mensch ohne Brandmarkung der Schuld zu sein. Und Sie fangen an, in sich nach der Ursache zu suchen, nach dem versteckten Kode, der fast jede Generation Ihres Volkes wiederum zum Verderben zun\u00e4chst der Anderen und dann Ihrer selbst f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Und Sie entdecken ihn \u2026 im Deutschtum selbst. Ja. Die Deutschen als Nation haben die Ursachen ihrer sowohl vergangenen als auch drohenden Katastrophen in ihrem Deutschtum entdeckt. Nicht in den sozialen und kulturellen Momenten, nicht in den diktatorischen Regimen und verst\u00fcmmelten Demokratie. Sie entdeckten ihn in ihrer Nationalit\u00e4t, in ihrem Volk, in dem, was einen Deutschen zum Deutschen macht.<\/p>\n<p>Darum nehmen die Deutschen in den heutigen Schritten des demokratischen Defizits und der drohenden sozialen und kulturellen Instabilit\u00e4t das N\u00e4hern einer neuen Katastrophe nicht wahr, in den Ambitionen, dem ganzen Europa \u2013 zum wievielten Mal schon \u2013 die Noten zu geben, nach denen zu singen ist. Im Gegenteil, sie h\u00f6ren sie in dem Wesen des Deutschtums selbst, wie es Ihnen Schiller, Goethe oder Hesse vererbten.<\/p>\n<p>Und so haben Sie entschieden, anstatt die soziale und kulturelle Stabilit\u00e4t zu pflegen, anstatt f\u00fcr Demokratie zu sorgen und ihre urteilsunf\u00e4higen kontinentalen Ambitionen zu z\u00e4hmen, das Deutschtum zu demontieren.\u00a0 Und<\/p>\n<p>da sie es nicht anders k\u00f6nnen, ziehen sie in diese Demontage auch die \u00fcbrigen kulturellen V\u00f6lker herbei.<\/p>\n<p>Nur dass die Tschechen kein Problem mit ihrem Tschechischtum haben (mit Ausnahme von Weltmenchschlein, die sich bem\u00fchen durch ihre laut demonstrierte Oikofobie uns zu sagen, dass sie etwas mehr sind als jeder m\u00f6gliche Tscheche), die Ukrainer haben kein Problem mit ihrem Ukrainertum, Ungarn mit ihrem Ungarntum, die Franzosen mit ihrem Franzosentum oder die Polen mit ihrem Polentum. Warum schleppen uns die Deutschen also in ihr Problem hinein, dessen Ursachen sie dar\u00fcber hinaus falsch identifiziert hatten?<\/p>\n<p>Die Politik der Entdeutschung hat auch ihre explizite Komponente. Wir h\u00f6ren Sie in den krampfhaften \u00c4u\u00dferungen eines gespannten Multikulturalismus, sowohl auf den \u201eantifeindlichen\u201c Begr\u00fc\u00dfungstransparenten an den Geb\u00e4uden der deutschen St\u00e4dtchen als auch in den Anreden, dass es keine Migrationskrise gibt, im Gegenteil, es ginge um eine Aufforderung zur Migration, die als eine Chance ergriffen werden soll mit dem alten deutschen Trauma: in einer deutschen Haut zu leben aufzur\u00e4umen.<\/p>\n<p>Vielleicht wird es den Deutschen letztendlich gelingen und sie machen aus ihrem Volk einen Eintopf. Dann werden Sie morgens\u00a0 endlich als belastungsfreie Eint\u00f6pfler eines europ\u00e4ischen Ausma\u00dfes aufwachen. Und Sie werden sich nicht einmal dessen bewusst, dass sie das Wertvollste, was sie hatten, vernichtet haben, dass sie das vernichtet haben, was keineswegs die Ursache ihres Leides war und dass sie dadurch die letzte Verteidigung vor einem nicht enth\u00fcllten D\u00e4mon verloren haben, der fast jede Generation ihrer Gesellschaft neue Schl\u00e4ge versetzen kommt. Wenn sie sich dies nicht ausreden lassen, was machen wir damit.<\/p>\n<p>Aber Sie sollen uns nicht zwingen diesen ihren traurigen Selbstmord zu befolgen. Oder Sie werden uns, die benachbarten V\u00f6lker dazu zwingen, Sie zu einer wer wei\u00df schon der wievielten Niederlage zu bringen.<\/p>\n<p><em>Ladislav Jakl<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellen Sie sich vor, sie wachen morgens auf, rosa ausgeschlafen, strecken lustvoll die Glieder \u2026 und werden sich bewusst, dass Sie Deutscher sind. 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